Einfach Gin
Gib Deinem Leben einen Gin. Oder zwei.

Preiswürdige gins – 05.03.2021

Am 25. Februar 2021 war es wieder so weit: Dann gab es die Online-Verkündung der World Gin Awards. Übrigens nicht nur die: In 14 Kategorien von Armagnac bis Whiskies gibt es hochprozentige "World Drink Awards", aber auch für Bier und Cider. Dahinter steht der englische Verlag Paragraph Publishing Ltd. aus Norwich, England. Und damit es nicht langweilig wird, gibt es allein in der Spartte Gin elf (11!) Kategorien, vom Classic bis zum Sloe Gin. Doch damit nicht genug: Wenn wir etwa bei den Gewinnern der Classic Gins hineinblicken, gibt es einen World Best Classic Gin, aber dann noch einmal Landessieger für 16 Länder. Und es versteht sich von selbst, dass die zweit- und drittplatzierten Gins sich ein silbernes bzw. bronzenes Etikett aufkleben dürfen, während der Sieger goldig glänzt. Auch für das Design gibt es – neben dem Taste – eine eigene Kategorie mit sieben Sparten, etwa  für das Etikett.

Die Entscheidung, wer denn die Spitzenplätze belegt, trifft eine Jury aus 29 Mitgliedern. Diese Jury-Mitglieder sind beispielsweise selbst Destillateure, Clubbesitzer, Barkeeper, Händler, Importeure oder Fachjournalisten, bringen also Fachkenntnisse mit. Allerdings maßen sich auch 13 Engländer, 9 Deutsche, 3 Amerikaner und jeweils 1 Norweger, Ire, Australier und Schweizer an, weltweit zu urteilen. Eine etwas internationalere Verteilung wäre vielleicht angemessener, aber das nur am Rande. Die Entscheidung fällt in zwei Runden: Zunächst kürt die Jury die jeweiligen Landessieger, in einer zweiten Runde treten die Landessieger direkt gegeneinander an, um den tatsächlich weltbesten Gin des Jahres zu küren.

Bleibt die Frage, wie die Gins zur Jury kommen. Die muss die jeweilige Destillerie natürlich anmelden und im Falle der Teilnahme in der Kategorie "Taste" drei, bei der Kategorie "Design" zwei Flaschen einreichen. Das kostet natürlich nicht nur die Flaschen und den Versand, sondern auch ein Antrittsgeld. 210 Euro sind jeweils fällig, wenn der Gin in "Taste" oder "Design" antreten soll, eine Teilnahme in beiden Kategorien kostet 310 Euro. Immerhin: Destillerien, die eine zweite Sorte anmelden, zahlen pro Wettbewerbsteilnehmer nur noch 305 Euro, sollen noch mehr teilnehmen, sinkt der Preis weiter. Wer alle 12 Kategorien bestücken will und das auch noch mit mehreren Sorten, muss schon ordentlich Gin verkaufen, um das zu finanzieren.  Immerhin ist der Prozess sehr transparent auf den Internetseiten der "World Drink Awards" dargestellt.

Mich treibt nur die Frage um: Lasst Ihr Euch durch einen "World Gin Award", der als Etikett auf der Flasche klebt oder am Hals hängt, beeinflussen? Ich reagiere da eher zurückhaltend. Ich nehme es zur Kenntnis, aber mehr auch nicht. Dafür habe ich selbst schon in zu vielen Jurys (nein, keine Getränke-, aber andere Awards) gesessen. Preise geben ein Stimmungsbild, eine Momentaufnahme wieder, die eine Woche später völlig anders ausfallen könnte. Und schon landen wir schnell beim eigenen Geschmack, der einem sagen sollte, was einem schmeckt – und was nicht. Nur eins kann ich solchen Etiketten abgewinnen: Ich weiß, dass in den Flaschen auf jeden Fall kein Desinfektionsmittel enthalten ist. Ob einem dann der Gin tatsächlich schmeckt, steht auf einem anderen Blatt. In dem Sinne: Maßhalten und ... 

Eine ginvolle Woche!

 
 
 
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